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Archive Bieler Tagblatt / Journal du Jura

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Die Bielerinnen und der Beginn des Aktivdienstes

 

Von der spontanen Hilfsbereitschaft zur organisierten Aktion

Schon wenige Tage nach der Mobilmachung, am 12. September, riefen Bielerinnen des Frauenstimmrechtsvereins um Alice Boder und Klara Wacker dazu auf, bedürftigen Wehrmännern beizustehen: Bevor eine Kriegswäscherei eingerichtet werden könne, sollten sich die Frauen melden, welche bereit waren, die Wäsche eines Wehrmannes freiwillig zu besorgen. Hunderte von Bielerinnen meldeten sich, und die Wäscherei für Soldaten begann zu funktionieren.

Schon einige Tage später begann der Vereinigte Frauenverein Biels, verschiedene Formen der Solidarität umzusetzen. Abgesehen von der freiwilligen Besorgung von Wäsche ging es vor allem um die Vorsorge für den Winter: Zweimal pro Woche trafen sich etwa 170 Frauen im Hotel Elite, um gemeinsam für die Soldaten zu stricken. Solche Strickstunden wurden auch für die Schülerinnen der Mädchensekundarschule vorgesehen. 
Um Wollkleider zu beschaffen, plante der Verein eine Geldsammlung. Schliesslich sollte im Schweizerhof eine Sammelstelle für Gegenstände zugunsten von Soldaten und hilfsbedürftigen Familien eingerichtet werden.

Der Vereinigte Frauenverein Biels plante auch die Errichtung von Soldatenstuben, die den Wehrmännern eine günstige Verbringen der Freizeit ermöglichen sollten. Für Mütter, die einem Verdienst nachgehen mussten, sollte eine Kinderversorgung eingerichtet werden. 

Die Hilfsaktion fand eine sehr gute Resonanz

Für  die Soldatenwäscherei, die Nähstube und das Tagesheim für Soldatenkinder mit berufstätigen Müttern organisierte der Verein Ende September 1939 einen Strassenverkauf von Seife, welche von der Firma Schnyder zum Selbstkostenpreis zur Verfügung gestellt wurde. Am ersten Tag der Aktion wurden 1041, am zweiten 3366 und am dritten 4621 Franken eingenommen.

Am 30. Oktober unterstützte auch das Kino Apollo das Hilfswerk für die Soldaten, indem es ihm Eintrittsgelder in der Höhe von 471 Franken überwies. Insgesamt konnten bis zum Jahresende 30 000 Franken zusammengebracht werden.







AutorIn: Christoph Lörtscher
 
 
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