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Archive Bieler Tagblatt / Journal du Jura

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Flugpioniere aus Biel und Umgebung

 
Ernest Burri

Ernest Burri wurde am 8. Februar 1887 in La Chaux-de Fonds geboren. Am 18. Mai 1912 erwarb er an der französischen Fliegerschule in Mourmelon das Pilotenbrevet. Anschliessend wirkte er im Genferseegebiet, wo er am 2. September mit 80 Kilometern in 48 Minuten einen neuen Schweizer Rekord in der Kategorie Passagierflüge aufstellte. Als Ende September der Balkankrieg ausbrach, liess sich der Bieler von zwei bulgarischen Offizieren in den Dienst der bulgarischen Armee verpflichten und reiste am 28. Oktober 1912 nach Bulgarien. Dort wurde er vor allem für Erkundungsflüge eingesetzt. In Thrakien legte er insgesamt 3500 km in der Luft zurück. Für seine Leistungen als Aufklärer wurde er zu Genieleutnant der bulgarischen Armee befördert. Burri war wohl der erste Schweizer Pilot mit Kriegserfahrung.
Im Juli 1913 kehrte Burri in die Schweiz zurück. In Biel, wo er mit seiner Familie lebte, berichtete er über seine Erfahrungen im Balkankrieg - zu diesem Thema verfasste er auch einige Artikel im "Bieler Tagblatt". Bereits ab September arbeitete er wieder in Frankreich. Von dort kam der erfahrene Pilot am 17. Februar 1914 wieder nach Biel, wo er mit seinem Wasserflugzeug mehrere Flüge über dem Bielersee absolvierte, unter anderem mit seinem Berufskollegen Henri Kramer. Im Verlauf seines Aufenthalts warb Burri auf ungewöhnliche Weise für kurze Passagierflüge über der Stadt Biel, über dem See und über dem Seeland: Vom Flugzeug aus liess er rote Werbezettel über der Stadt ausstreuen, auf denen er "Spazierflüge" für 50 Franken und "Seefahrten" für 100 Franken anbot. Sein Angebot stiess auf ein so gutes Echo, dass der begabte Aviatiker während einer Woche flugbegeisterte Frauen und Männer aus der ganzen Region in die Lüfte begleiten konnte. In den folgenden Monaten nahm Burri an einigen internationalen Flugmeetings teil, unter anderem am Internationalen Schneider-Cup in Monaco, wo er mit einem Flug von 280 Kilometern in 3 Stunden, 24 Minuten und 12 Sekunden den zweiten Platz belegte. Am 2. August 1914 meldete er sich als Fliegersoldat freiwillig zur Schweizerischen Fliegertruppe. In diesem Zusammenhang lernte er den späteren Verleger Otto Walter kennen, der sich so an Burri erinnerte:
"Burri war der Senior der Fliegerabteilung.Er lief breitbeinig herum wie ein Trainwachtmeister. Im ersten Balkankrieg war er für die Bulgaren gegen die Türken geflogen. Er erzählte fabelhafte Fliegerabenteuer. Dutzendmal hatten hübsche kleine Türkenkugeln durch seine Tragflächen geschlagen. Das war nicht schlimm gewesen. Aber als sie ihm einmal unversehens den Bezintank kaputtgeschossen, da musste er knapp vor den Halbmondlinien niedergehen. Er lief wie ein Hase, und sein Flugzeug ging in Flammen auf. Wenn ich mit ihm über den Jura gegen die westlichen Grenzen flog, steuerte er jedesmal über Biel. Dort wohnte seine Frau.Er ging auf die Dachfirsten nieder, und die Frau winkte fröhlich mit ihrem weissen Tüchlein. Ich winkte für Burri. Es wareine vortreffliche Frau, und wenn sie nach Bern kam, brachte sie Körbe voll auserlesener Sachen mit. Dass ihrem Manne je etwas widerfahren könnte, betrachtete sie als unmöglich. Man konnte Burri einen Chauffeur der Luft nennen. Er sieg gleichmütig in jede Maschine, die man ihm vor die Nase stellte. Bider sagte von ihm:"Burri wird auch ein Scheunendach zum Fliegen bringen, wenn man einen Motor und einen Propeller daran hängt!"

Im Mai 1915 begab sich Burri nach Frankreich, um bei der französisch-britischen Fliegerflotte zu wirken. Jahr 1924 stellte er den französischen Höhenrekord für Wasserflugzeuge auf.

Henri Kramer

Henri Kramer wurde am 13. April 1892 in Biel geboren.  Nach einem Aufenthalt in den USA (1908-1912) absolvierte er im Oktober 1912 die französische Fliegerschule von Etampes bei Paris, wo er gleich zwei Rekorde brach: Schon am dritten Tag seiner Ausbildung unternahm er unbegleitet einen Flug von mehreren hundert Metern Höhe, und am sechsten Tag bestand er das Pilotenexamen mit sehr guten Resultaten. Noch im selben Jahr wurde Kramer als zwölfter Pilot der Schweiz brevetiert. Anschliessend wirkte er vor allem im Gebiet des Genfersees. Im August 1913, am Meeting für Wasserflugzeuge in Genf, zeichnete sich Kramer durch seinen Mut aus – er war bereit, trotz sehr ungünstiger Windverhältnisse zu fliegen. Seine acht Flüge dauerten zwischen 48 Sekunden und viereinhalb Minuten.
Am 2. August 1914 wurde Kramer  mit neun anderen Piloten nach Bern eingezogen, um die erste Fliegertruppe der Schweizer Luftwaffe zu bilden. Im August 1916 begab er sich nach Italien, wo er als Instruktor 157 Piloten ausbildete.  Während seiner Tätigkeit in Italien erreichte der Flugpionier  mit einem Savoia-Wasserflugzeug die Höhe von 4000 Metern, was damals für diese Art Flugzeuge einen Weltrekord bedeutete.
1918 kehrte Kramer in die Schweiz zurück und arbeitete in Genf und Lugano als Pilot für die Fluggesellschaft Ad-Astra-Aero.  Später wurde er Chef des Lausanner Flugplatzes Blécherette, bevor er 1924 als Folge eines Unfalls in die Automobilbranche wechselte.

Charles Favre

Charles Favre wurde am 4. Juli 1884 in La Neuveville geboren. Der gelernte Mechaniker  kam ein Jahr nach seiner Rückkehr aus den USA zu seinen ersten Begegnungen mit dem Motorflug: 1911 baute er in England an einer Eigenkonstruktion, wurde aber bei einer Landung schwer verletzt. Noch im selben Jahr baute er in La Neuveville einen Eindecker nach eigenen Plänen.Die Versuche, das Modellin Jahr darauf zum Fliegen zu bringen, scheiterten. 1913 erwarb Favre das Pilotenbrevet Nr. 46 in Châlons. Er führte zahlreiche Flüge aus, sowohl in der Schweiz als auch in Frankreich. 1914 führte er der schweizerischen Militärkommission den Ponnier-Eindecker vor, bevor er bei der englischen Armee als Überführungspilot tätig wurde. Nachdem er 1915 bei einem Angriff verletzt worden war, gab Favre das Fliegen endgültig auf.

Ernst Schmalz

Ernst Schmalz wurde am 13. September 1879 in Nidau geboren. 1908 baute er mit Hilfe von Failloubaz einen Eindecker mit Stabiloklappen, einem 12-PS-Anzani und Druckpropeller. Bei Flugversuchen auf der Thuner Allmend gelangen ihm Sprünge bis zu einer Höhe von 6 Metern. 1909 zog sich Schmalz von der Fliegerei zurück. Seinen  Apparat verkaufte er einem Chauffeur, der bei Flugversuchen auf dem Beundenfeld in Bern mit einer Baumspitze kollidierte. Der Eindecker erlitt Totalschaden, der Pilot blieb heil.

AutorIn: Christoph Lörtscher
 
 
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