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Archive Bieler Tagblatt / Journal du Jura

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Arthur Villard

Nationalrat und Kriegsdienstverweigerer
 

Arthur Eric Villard wurde am 4. Oktober 1917 als Sohn einer kinderreichen Uhrmacherfamilie in Biel geboren. Er liess sich am Seminar Pruntrut zum Lehrer ausbilden. Infolge der während der Zwischenkriegszeit herrschenden Arbeitslosigkeit war Villard allerdings gezwungen, Gelegenheitsarbeiten zu ergreifen. Erst 1943 konnte er in Leubringen seine erste Stelle als Lehrer antreten, die er bis 1951 inne hatte. Im selben Jahr starb Esther Villard-Fasnacht, seine erste Frau, mit der er zwei Söhne hatte.

Zu Beginn der 60er-Jahre setzte sich der Sozialdemokrat Arthur Villard gegen die atomare Aufrüstung der Schweiz ein. Er spielte danach als Präsident, später als Sekretär der «Internationale der Kriegsdienstgegner», mit Sitz an der Schützengasse in Biel, eine bedeutende Rolle. Villards Ziel war ein ziviler Ersatzdienst für Dienstverweigerer. Er, der selber 1200 Diensttage geleistet hatte, verweigerte 1965 seine letzten Diensttage aus Solidarität mit den Dienstverweigerern. Villard wurde daraufhin zu einer unbedingten Gefängnisstrafe von 45 Tagen verurteilt, die er im Sommer 1966 in Witzwil abbüsste. 1971 wurde Villard wegen Aufforderung zu Dienstverweigerung während einer Rede gegen den Vietnamkrieg vom Berner Obergericht erneut zu einem Monat Gefängnis verurteilt.

Mit seiner radikalen Auflehnung, und nicht zuletzt auch aufgrund seiner Unterstützung der autonomistischen Bewegung im Jura, schuf Villard sich nicht nur Freunde. Gerade in seinem Wohnort Biel wurde Villard wiederholt heftig angegriffen, mehrmals wurde sein Rücktritt vom Schuldienst gefordert. Jedoch erfuhr Villard auch Rückhalt und Ehrung für sein kämpferisches Handeln: 1970 reichte Friedrich Dürrenmatt den ihm verliehenen Literaturpreis an Villard weiter. Und 1971 wurde Villard als Mitglied der Sozialdemokratischen Partei in den Nationalrat gewählt.

Überraschend gab Arthur Villard 1979 den vollständigen Rücktritt aus allen politischen Ämtern bekannt. Er verzichtete auf seinen Sitz im Nationalrat, nur drei Wochen nach seinem Eintritt in die Militärkommission (1972 war ihm dieses Amt aufgrund seiner pazifistischen Aktivitäten noch verweigert worden). Er trat aus dem bernischen Grossen Rat, dem Bieler Gemeinderat und dem Zentralvorstand der SP aus, ebenso kündigte er die Mitgliedschaft in seiner Partei und der Gewerkschaft. Was Villard zu seinem spektakulären Abgang bewegt hatte, war der drohende Verkauf des Bieler Volkshauses an private Interessenten. Diese einstige Hochburg der Arbeiterbewegung als lukratives Geschäftsgebäude verwertet zu sehen ertrug Villard nicht. Mit der Ablegung all seiner Mandate demonstrierte Villard auch seine Enttäuschung gegenüber seinen Parteigenossen und den Gewerkschaften, die bereit waren, sich mit dieser Niederlage abzufinden.

Arthur Villard starb am 15. Mai 1995 in Biel.


AutorIn: Manuela Di Franco
 
 
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